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Klima- und Holzbauquartier „Ellener Hof“

Klima- und Holzbauquartier „Ellener Hof“ published on
Enthüllung des Bauschildes zum Baubeginn des Stiftungsdorfes Ellener Hof: (v. l.) Sabine Schöbel, Stiftungsdorf Ellener Hof, Wolfgang Haase, Beiratssprecher in Osterholz, Alexander Künzel, Bremer Heimstiftung, Jens Deutschendorf, Staatsrat beim Senator für Umwelt, Bau und Verkehr, Anja Stahmann, Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport, Bremens Bürgermeister Dr. Carsten Sieling und André Vater, Bremer Heimstiftung. Foto: Bremer Heimstiftung, Fotograph: M. Rospek

28327 Bremen-Osterholz: Es ist Bremens erstes, ganz in Holzbauweise errichtetes Viertel mit rund 500 neuen Wohneinheiten in verschiedenen Preisklassen, ressourcenschonend versorgt, für Menschen aller Generationen und Nationalitäten. In enger Kooperation mit der Freien Hansestadt Bremen arbeitet die Bremer Heimstiftung als Eigentümerin des Geländes daher nicht nur an neuem Wohnraum. Auch soziale Einrichtungen, Vereine oder Kulturschaffende sollen das „Stiftungsdorf Ellener Hof“ künftig bereichern. Darüber hinaus setzen die Partner auf attraktive Grünflächen. Der respektvolle Umgang mit dem wertvollen Bestand an Bäumen, Buschwerk und Bewuchs auf dem Grundstück ist Grundlage und fester Bestandteil aller Planungen. Baubeginn war der im September 2018. Geplante Fertigstellung: 2025(?)

Das zentrale Motiv für die Bremer Heimstiftung als Flächeneigentümerin und für den städtebaulichen Entwurf von DeZwarteHond / RMP Landschaftsarchitekten für das Stiftungsdorf Ellener Hof ist das urbane, vernetzte Dorf als neuer Baustein in der Stadtlandschaft von Bremen-Osterholz. Auf dem knapp 100.000 Quadratmeter großen, seit vielen Jahren wenig genutzten und mit einem hohen Zaun abgeriegelten Gelände wird auf der Basis dieses Grundgedankens ein neues urbanes, sozial-ökologisches Dorf entstehen. Neben Wohnungen für Studierende, für ältere Menschen und für zahlreiche soziale Träger, die besondere Wohnbedarfe anbieten, werden auch etwa 100 geförderte Sozialwohnungen errichtet werden. Die Bremer Heimstiftung wird mit vielen verschiedenen Bauinteressenten, mit den Bremer Wohnungsbauunternehmen aber auch mit vielen privaten Trägern die neue Bebauung im Ellener Hof realisieren. Dabei wird das Grundstück im Besitz der Heimstiftung bleiben. Für die einzelnen Baugrundstücke werden Erbbaurechte langfristig vergeben.

Mit vielen sozialen Einrichtungen, zwei Kindertagesstätten, einer Pflegeschule der Bremer Heimstiftung, verschiedenen weiteren Dienstleistungen, Arztpraxen, einem von Menschen mit Beeinträchtigungen bewirtschafteten Café und Kiosk oder einer Möglichkeit zur Fahrradreparatur entstehen zahlreihe Angebote und Anlässe für Leben und Kommunikation im Quartier. Die als Bestandsgebäude vorhandene Kulturaula wird bereits heute in der Regie eines Kulturvereins bespielt und zu vielfältigen Aktivitäten genutzt.

Diese große Nutzungsvielfalt sowie eine Vielzahl an Trägern mit professionellem und ehrenamtlichem Engagement bilden das Grundgerüst für eine bunte Bewohnerschaft aus Jung und Alt, multikulturell und sozial durchmischt. Gemeinsame Treffpunkte, Orte zum Spielen und für Gemeinschaftsprojekte sind in den Freiräumen angelegt, denen eine Schlüsselfunktion für den Austausch im Quartier zukommt.

Das Stiftungsdorf Ellener Hof ist zugleich als ein weiteres Modellquartier für „Klimaschutz durch Fahrradverkehr“ beantragt. Damit soll eine fahrradfreundliche Infrastruktur im Gebiet entstehen, zum Beispiel durch mehr öffentlich nutzbare Fahrradabstellmöglichkeiten oder durch eine zentrale Paketstation, von der aus mit Lastenrädern die immer zahlreicher werdenden Pakete und Päckchen im Quartier verteilt werden. Zugleich wird das neue urbane Dorf durch ein enges Wegenetz erschlossen und in die lokalen Fahrradrouten eingebunden. Das dient auch dazu, die nachhaltige Mobilität im gesamten Stadtteil zu unterstützen.

Ab Herbst 2018 werden auf etwa 11 Baufeldern verschiedene Wohnungsbautypologien – vom Reihenhaus bis zum fünfstöckigen Mehrfamilienhaus – den unterschiedlichen Wohnbedürfnissen der zukünftigen Bewohner Rechnung tragen. Schwerpunkt – auch unter dem Aspekt der Holzbauweise und eines kostengünstigen Wohnungsbaus sollen dreigeschossige Gebäude sein, die mit möglichst individuellen Dachformen realisiert werden, die den vielfältig dörflichen Charakter prägen und mit den Bestandsgebäuden korrespondieren. Die Bremer Heimstiftung wird auch mit eigenen Neubauvorhaben versuchen durch modulares oder serielles Bauen preiswerten und gleichzeitig umweltfreundlich hergestellten Wohnraum zu schaffen.

Für das erste sozio-ökologische Neubauquartier „Ellener Hof“ in Bremen mit seinen geplanten 500 Wohneinheiten in Holzbauweise bedeutet der mittlere bremische Ansatz beispielsweise eine Kohlendioxid-Entlastungsreduktion von rund 320 Tonnen gegen-über der herkömmlichen Art zu bauen. Die gute Ökobilanz des neuen Quartiers „Ellener Hof“ lässt erkennen, welchen aktiven Beitrag recycelbare, nachwachsende und um-weltfreundliche Baustoffe zum Klima- und Umweltschutz ganz allgemein leisten können.

Gestaltungshandbuch Stiftungsdorf Ellener Hof der Bremer Heimstiftung
pdf-Download

Projekt-Webseite
www.bremer-heimstiftung.de/wohnen/neues-vom-ellener-hof/
https://radquartier-bremen.de/
https://klimaquartier-ellener-hof.de/
http://blog.ellenerhof.de

Quellen
– Antwort des Senats auf die Kleine Anfrage der Fraktion der SPD vom 5. Februar 2019
– PM vom 5.2.2018 des Senator für Umwelt, Bau und Verkehr der Freien Hansestadt Bremen