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Preiswertes ökologisches Bauen

10 Beispiele

Von den 250 in der Webdatenbank „siedlungen.eu“ verzeichneten Projekten mit ökologisch-nachhaltigen Zielsetzungen, werden hier zehn Beispiele für die Baukosten von realisierten Siedlungen aufgeführt (Bitte beachten Sie das Bezugsjahr):

  Projektfoto
Name und Kurzinfo
Größe
Bezugs-
jahr
Baukosten
1.
Holzbausiedlung „Ingolstadt“ Permoserstrasse (Siedlungsmodelle Bayern), Archi. Widmann und Schröder www.ingolstadt.de/expo/uebersicht_siedlungsmodell_de.htm
132 WE
+2 Gem.
häuser
1994
795 €/m2
2.
44532_luenen_iba Einfach und selber Bauen Selbstbau-Siedlung Lünen
1.464 €/qm komplett inkl. Grundstück (Erbpacht), Erschließung, Nebenkosten. Eigenleistungsanteil im Schnitt: 13.750 €/WE
30 WE
1997
840 –
884 €/m2
3.
Holzbausiedlung Sulzbach-Rosenberg, Grafmühlstraße. Architekten: Fink + Jocher, München. Modellvorhaben: „Wohnen in Holzbauweise“
36 WE
1995
879 €/m2
4.
791_5_Munz Solargarten Munzingen bei Frbg., Rolf Disch.
10 WE
1993
950 €/m2
5.
88212_Leutkirch Lichtblick-COOP Leutkirch, A. Dransfeld, Wärmedämmung aus Kali-Wasserglasgedrängten Holzspähnen, Holzschnitzel-Einzelöfen, Sonnenkollektoren, vorgefertigte Holztafelbauweise, hoher Eigenleistungsanteil möglich durch einfache Holzbaudetails.
Die Baukosten lagen zwischen 775 €/m2 und 1.250 €/m2
6 WE
1995

950 €/m2
(inkl.

Grund-
stück!)

6.
„Moorwiesensiedlung“, Kiel-Hassee, Werkgemeinschaft für Architektur + Städtebau (Heidrun Buhse, H.Schulze, u.a.), Gem.haus, Kindergarten, Archi.büro, Schilfkläranl., Kompost-WC´s, keine Betondecken, Holzständer, Lehm, BHKW, soziales Siedlungskonzept
*inkl. Selbsthilfe + ca. 250 € für Gemeinschaftseinrichtungen (inkl. Ver- und Entsorgung)
21 WE
1994

1.100 €/m²*

7.
Genossenschaftsgebäude „Waldquelle“, Bielefeld-Quelle, Architekt:  Hans-Friedrich Bültmann, BHKW, Nahwärmenetz, Komposttoiletten, eigene Trinkwasserquelle, z.T. viel Eigenleistung
130 WE
1996
1.100 €/m²
8.
Baubiologische Siedlung „Schafbrühl“ Tübingen: Eble, Sambeth, Oed, Häfele, Tübingen, GFZ 0,9
111 WE
1985
1.223 €/m²
9.
Dorfplatz_1 Ökologische Siedlung „Geroldsäcker“, Karlsruhe: Arbeitshaus, Gem.haus, Food-Coop, Festplatz, autofreier Siedlungsbereich, Spielplatz, Solararchitektur
40 WE
1993
1.300 €/m²
10.
lebenstraum Berlin Adlershof: Bauherrengemeinschaft „LEBENS(t)RAUM Johannisthal

**(KG 300 + 400 bezogen auf die Wohnfläche) 1.550 €/m² unter Einbeziehung der Baukosten, Baunebenkosten, Grunderwerb zzgl. Grunderwerbssteuer und Notar sowie Bauherrenkosten während der Bauzeit

15 WE
2005
1.085 €/m²**


Welche Baukosten sind gemeint?

Außerdem sei darauf hingewiesen, das in den meisten Veröffentlichung nicht genauer angegeben wird, welche Baukosten gemeint sind. Mit oder ohne Grundstück? Brutto oder Netto? Mit Keller oder ab Oberkante Keller (im Fertighausbau z.B.),… usw. In diesem Text gebe ich diese Angaben mit an, soweit sie in den Quellentexten angegeben waren.

Prinzipien zum ökologisch kostengünstigen Bauen

1. Umschichtung vorhandener Gelder um ansonsten „zu teure Dinge“ zu finanzieren, z.B. statt mehrere Autos ein autofreies Wohnkonzept mit Carsharing und ein BHKW. Das ist eine bessere Dienstleistung und die ökologischere.
2. Wenn konventionelle Bau- und Siedlungstechnologie durch ökologische ersetzt werden können, wird die Ökovariante in einigen Bereichen sogar kostengünstiger als die konventionelle (z.B. dezentrale Entwässerung).
3. Mehrfachnutzung, Funktionsmischung eines Bauelementes: Permakulturprinzipien in der Gebäude- und Siedlungsplanung

Ökologische Planung von Anfang an
* integrale Planung mit kompetenten Ingenieuren, Technikern, etc. ab einem möglichst frühen Zeitpunkt, d.h. miteinplanen ökologischer Konzepte und Technologien von Anfang an. Umso später Planungsänderungen erfolgen, umso teurer werden sie
* professionelle Partizipation: spätere Änderungen sind wesentlich aufwendig und teuer. Die Moderationskosten in 4 Jahren des Modellprojektes Autofreies Wohnen Bremen-Hollerland werden mit weniger als 0,5 % der Investitionssumme für den Bau der Siedlung mit insg. über 200 Wohnungen genannt
* Prozeßsteuerung/ Kostenkontrolle/ Qualitätssicherung/ Projektmanagement
* gute Bauleitplanung
* Erdaushub (Keller) und Abraum (Asphalt und alte Barracken) sollen möglichst auf dem Gelände zur Landschaftsgestaltung verwendet werden
Baukonstruktion/ Baukörper
* Holzständerwand mit Wärmedämmung ist bei gleichem k-Wert dünner als eine Massivwand, dadurch mehr Wohnfläche
* kein Trockenwohnen!
* Brettstapeldecken und Wände (nach J.Natterer)
* Holzhäuser sind leichter, kleineres Fundament
* (Boden-)kanäle nicht nötig: konstruktivbedingte Hohlräume im Holzbau spart ca. 15 €/qm
* Modulares Bauen/ Rastersystem/ hoher Vorfertigungsgrad (Holzständer)
* kompakte Baukörper
* flaches Pultdach: nur eine Entwässerung, einfaches statisches System
* konstruktiver statt chemischer Holzschutz (witterungsbeständige Holzarten wie z.B. Eiche, Douglasie, o.a.)
* Beschränkung auf wenige Materialien
* Massenrabbatte
* Preisvergleich von Wandkonstruktionen mir gleichem k-Wert (Angaben LBTA-Vorlesung):
Holzkonstruktion: 92 €/qm (100%) (Holzständerbauweise mit konventioneller Wärmedämmausfachung)
Mauerwerk: 105 €/qm (114%)
Kerndämmung: 180 €/qm (195%) (11,5 cm KS, 4 cm Luft, 8 cm Styropor, 17,5 cm KS, Innenputz)
Bem.: die Preise sind allerdings sehr stark regional und saisonal schwankend. Wenn der Zimmerer viel Arbeit, der Maurer jedoch wenig zu tun hat, ist die gemauerte Wand unter Umständen günstiger zu haben. Weiterhin werden Kostenvorteile durch Vorfertigung im Holzbau durch Billiglohnarbeiter kompensiert

Bau
* Rationalisierung auf Baustelle, z.B. Putzmaschine, Einblas-Dämmstoff, …
* qualifizierte Betriebe

Baukostenbetrachtungen an Gewerken oder Siedlungskonzepten

Lehm
* Kosten und Wirtschaftlichkeit
Schon heute ist ein Lehmhaus, d.h. ein Haus, in dem weitgehend Lehmbaustoffe verbaut sind, nicht teurer als ein konventionell erbautes und dies in professioneller Ausführung durch Firmen. Mit dem Angebot von Lehmbaustoffen auf dem Baumarkt – heute in Anfängen erkennbar – wird die Anwendung selbstverständlicher und sicherer, die wachsende Nachfrage wird zur Konkurrenzfähigkeit von Lehmprodukten in weiten Bereichen beitragen.
Der Vergleich der Materialpreise mit anderen Baustoffen zeigt, daß Lehmbaustoffe heute schon teilweise billiger sein können und dabei den gleichen Zweck erfüllen. Zu berücksichtigen ist allerdings, daß die meisten Lehmbaustoffe nur nichttragend eingesetzt werden können. Als Ausfachungsmaterialien für Skelettbau und Fachwerkerneuerung sind viele Lehmbaustoffe schon heute konventionellen Baustoffen auch preislich überlegen.
* Verarbeitung in Selbsthilfe
Die meisten Lehmbaustoffe und -bauweisen sind für Selbsthilfe besonders gut geeignet. Die Techniken sind leicht zu erlernen und körperlich nicht zu anstrengend, so daß Laien, Helfer, Freunde und die ganze Familie eingesetzt werden können.
* Normen
Derzeit wird die Lehmbau-DIN, die 1971 zurückgezogen wurde, weil „veraltet“, überarbeitet und soll wieder eingeführt werden. Dies ist ein wichtiger Beitrag um Kosten zu senken.
* Bewertung
Zusammenfassend kann man festhalten, daß es kaum eine andere Bauweise gibt, die den heutigen ökologischen, bauphysikalischen und gesundheitlichen Überlegungen so entspricht wie der Lehmbau, der allerdings erst beginnt, durch die Initiative einzelner, zu einer modernen Bauweise entwickelt zu werden.
[S. 121 (12)]

Dachbepflanzungen
Bepflanzte Dächer speichern bis zu 90% des Niederschlagswassers und geben den Abfluß (10%) verzögert ab. Das hat die Vorteile, daß das Abwassernetz und die Kläranlagen nicht belastet werden, Regenüberlaufbecken bei verbreiteter Begrünung nicht notwendig, Vorfluter (amtsdeutsch: „Bäche und Flüsse“) nicht belastet sind und der Grundwasserspiegel nicht sinkt. Dachbepflanzungen absorbieren Schadstoffe aus der Luft und verbessern das Kleinklima, da im Sommer nur 8% der Sonneneinstrahlung wieder reflektiert wird. Dadurch erwärmt sich die Dachkonstruktion nur geringfügig im Gegensatz z.B. von Bitumendächern, die in Hitzeperioden und bei starker Sonneneinstrahlung Temperaturen bis zu 60 Grad erreichen können. Die starken Temperaturschwankungen bei Bitumenbedeckung führt zu hohem Wartungsaufwand und damit einhergehenden Kosten.

Autofreies Wohnen
* Bei einer Stellplatzzahl von 0,2 /WE für 300 WE wird der Bau von 240 Stellplätzen eingespart. Wären das Tiefgaragen entspricht das 240 x 20.000 € = 3,6 Millionen €, die gespart oder für andere Zwecke verwendet werden können.
* Leben ohne eigenes Auto spart im Schnitt ca. 75 bis 150 € je Monat [Verkehr in Zahlen 1989] bzw. im Extremfall: bis zu 1.500 € pro Monat [Mercedes 600S; Bad. Zeitung 23.3.94] bei gleicher jährlichen Fahrleistung von 13.000 km mit Bundesbahn, ÖPNV, Car-Sharing, Taxi, Fahrrad, zu Fuß gehen und Anlieferung von großen Gegenständen, wie z.B. Möbeln.

Erschließung
* Die Autofreie Erschließung mit schmaleren und gering befestigten, offenporigen Rad-und Fußwegen, die nur notfalls für Krankenwagen, etc. befahren werden können, sind billiger als asphaltierte Straßen
* Siedlungen als Großparzelle erschließen. Dadurch ist beispielsweise ein gemeinsamer Leitungsgraben für Strom, Wasser, Abwasser, Vakuumtoiletten, TV-Kabel, Tel.,etc… möglich die ansonsten aufwendig in extra Graben verlegt werden. Ein Tel. – und TV-Hauptanschluß in der Siedlung und die anschließend interne Verteilung ist preiswerter als jede Wohnung separat anzuschließen und hat den Vorteil des kostenlosen telefonierens innerhalb der Siedlung.

Energie
Beispiele für bewährte wirtschaftlich realisierte Energietechniken:
* Energiesparende Haushaltsgeräte:
Eine energie-und wassersparende Waschmaschine spart zwischen 140- 1200 € in 15 Jahren Lebensdauer
Stromsparkühlschrank spart zwischen 345 und 1.560 € Betriebskosten in 15 Lebensdauer
* Schwimmbadabsorber kostengünstiger als konv. Brenner
* Biomasse, wie z.B. Strohfeuerungsanlagen, Holzhackschnitzel, Biogasanlagen in Kläranlagen,…
* Holzhackschnitzel-Heizkraftwerke, Biogas-BHKW´s, Holzvergaseranlagen,…
* Niedrigenergiehäuser: Mehrkosten durch Zusatzdämmung zwischen 2,1 und 8,4% [Studie IWU, Darmstadt; S.228 (4) ] * Passivhaus: bauliche Mehrkosten des Pilotprojektes Kranichstein betragen mit 286 €/qm Wohnfläche etwa 16% der reinen Baukosten. Bei einer verbesserten, abgespeckten Variante (Verzicht auf ineffiziente Techniken, die im Pilotprojekt nicht die erwarteten Ergebnisse brachten) würden die baulichen Mehraufwendungen auf unter 13% der Baukosten sinken [S.230 (4) ] * Solare Nahwärme
Ravensburg: 50% Kostenreduktion bei Großkollektoranlage und Nahwärmeleitung gegenüber Einzelanlagen auf jedem Gebäude
Hamburg.Bramfeld: Einsatz von Solar-Roof-Fertigdachkollektoren. Kollektor als Dacheindeckung

Der Preis pro qm installierter Kollektorfläche liegt mit etwa 250 € bei solchen Größenordnungen (wie Friedrichshafen-Wiggenhausen (4450 qm Kollektorfläche) oder Hamburg-Bramfeld (3520 qm) nur noch bei einem Viertel von dem was Kleinanlagen kosten. Mit ca. 26 Pf./kWh Solarwärme sind solche Anlagen schon bald im Bereich der wirtschaftlichen Konkurrenzfähigkeit.“ [S.128 Art. „Integrale Energiekonzepte in Deutschland“ von N.Fisch und A.Lutz in „Solararchitektur für Europa“, Hrsg. Astrid Schneider, 1996]

Weltweit größtes Projekt ist in Marstal Fjernvarme, Dänemark mit 8000 qm Kollektoren und 2100 m3 Pufferspeicher mit spezifischem Wärmepreis mit 7 Pf/ kWh, was Wärmeerzeugungspreisen von Öl oder Gas entspricht. Die Anlage liefert 13% des jährlichen Wärmebedarfs. In den 3 Sommermonaten 100%.

Soziales
* gemeinschaftlich genutzte Einrichtungen sparen Geld (Gemeinschaftshaus, Car-Sharing, Werkstätten, Büroräume, Fotolabor, Sauna, Gästezimmer, Kinderspielzimmer, Mehrzweckräume, Waschküche, …) und reduzieren, wenn sie gut geplant sind, den Flächenbedarf in den einzelnen Wohnungen. Dafür besteht ein hörerer Organisationsaufwand (Regeln) und es ist mehr Kommunikation notwendig

Das Cohousingprojekt „Jystrup Savvaerket“, Dänemark
21 Wohneinheiten, Bezug: 1984, Gemeinschaftshaus 404m2, Wohnstraße 795m2
Das besondere an diesem Cohousing-Projekt ist die als Glasgalerie überdachte Wohnstraße. In früheren Projekten ohne Verglasung, ließen die Gemeinschaftshaus-Aktivitäten im Winter immer stark nach. Für die Benutzbarkeit der Gemeinschaftsräume ist es wichtig, daß man auch im Jogging-Anzug „kurz mal rübergehen“ kann. Durch die Glasüberdachung ist die Wohnstraße wettergeschützt und ermöglicht die ganzjährige Nutzung der Gemeinschaftsräume.

* Selbstverwaltung spart Verwaltungskosten

Baubiologie
* PVC-freie Kabel mit Abschirmung gegen Elektrische Felder haben zwar einen höheren Materialpreis (das 8 bis 10 fache). Da der Lohnkostenanteil jedoch der wesentliche Anteil ausmacht, betragen die Mehrkosten nur lediglich ca. 2% der Gesamtkosten bei halogenfreien Kabeln und 6- 8% bei Halogenfreien und abgeschirmten Kabeln. Viel stärker ins Gewicht fallen die Gründlichkeit der geplanten Leitungswege und des Versorgungskonzeptes. Hier kann die Materialmenge durch eine intelligente Planung die Materialmenge halbieren. Hier können wirklich Kosten gespart werden. [Angaben aus (12) Abschnitt 5.4] * …

Finanzierung
* Muskelhypothek durch Selbsthilfe kann helfen Kapitalkosten zu sparen, jedoch Vorsicht: realistische Einschätzung der Leistungsfähigkeit ist wichtig, um Bauverzögerungen und damit einhergehende Mehrkosten zu vermeiden
* Least-Cost-Planing
* Contracting
* Genossenschaftliche Finanzierungsmodelle
* gemeinsame Kreditaufnahme durch eine Bauherrengemeinschaft

Fördergelder
* Öko-Bonus für Energiesparmaßnahmen, Solaranlagen, etc. durch die Bundesregierung
* es können Baufördergelder in Anspruch genommen werden, wie für jedes andere Bauvorhaben auch
* zinsgünstigere ethisch einwandfreie Kredite bei Umweltbanken, wie z.B. Ökobank Frankfurt, Umweltbank, München, GLS Bochum
* kostendeckende Vergütung für Solarstrom ermöglicht die Finanzierung von Photovoltaik-Anlage
* Markteinführungs-Zuschüsse für neue Technologien

 

Kostensenkung des ökologischen Bauens sind zu erwarten durch:
* größere Nachfrage
* Rationalisierung der Produktion
* Technische Weiterentwicklungen
* Standardisierung
* mit zunehmender Erfahrung der Baufirmen und Handwerker reduzieren sich „Angstzuschläge“ oder fallen weg
* mehr Vorfertigung
* Qualitätssteigerung
* bessere Vermarktung
* bessere Information
* kompetentere Planer

 

Baukosten
Baukostenvergleiche zu erstellen sind schwierig, weil oft nicht alle Faktoren für das Entstehen eines Preises bekannt sind. Im Folgenden drei Beispiele wie stark sich die Gesamtbaukosten regional unterscheiden bzw. in welchen Bereichen große Einsparpotentiale liegen.

Bei einer Gesamtkostenbetrachtung einer Studie zu einem Wohn- und Gewerbebauprojekt fallen insbesondere die hohen Anteile für Management, Finanzierung, Bauträger und Vertrieb auf. Insgesamt 31%. Wenn also über erhebliche Einsparungen bei unserem Baugeschehen nachgedacht werden soll, muß unweigerlich über Aufgaben- und Risikoverteilung, Vertragsgestaltung und Ausführungszeiten nachgedacht werden [S. 190 (4)].

Weiterhin können im sparsamen Umgang mit Bauland größere Kostensenkungen erzielt werden, als an der Qualität der Baumaterialien zu sparen. Ca. 25% der Bausumme gehen im Schnitt in das Grundstück. Viel entscheidender für die Gesamtkosten können auch die regionalen Preisunterschiede sein. Zum Vergleich: ein qm Bauland kosten
in Stuttgart: 750 Euro
in Karlsruhe: 275 €
in Bremen: 95 €
[imu, Stuttgarter Zeitung Nr.143]

Auch die Wohnungskosten können regional verschieden sein: Eine 3-Zimmer-Whg. mit 70 qm und mittlerem Wohnwert kostete 1997 im Schnitt:
Düsseldorf: 158.000 € (ca. 2.250 €/qm WF)
Stuttgart: 115.500 € (ca. 1.650 €/qm WF)
Braunschweig: 84.000 € (ca. 1.200 €/qm WF)
[imu, Stuttgarter Zeitung Nr.143]

Diese Webseite ist entstanden auf der Grundlage einer Studienarbeit von Holger Wolpensinger. Diese gibt es hier in der Langfassung.